Dass die Chronik der Musikkapelle Steibis zum heutigen Zeitpunkt überhaupt besteht, haben wir vor allem unserem ehemaligen Schriftführer und Ehrenmitglied Witzigmann Martin zu verdanken. Nach einem verheerenden Brand auf seinem Hof 1979 ist alles bis dahin geschriebene mit verbrannt worden. Aus seinen Erinnerungen heraus und Überlieferungen der damaligen Gründungsmitglieder hat er die alte Chronik niedergeschrieben, wodurch diese der heutigen Generation zur Verfügung steht.

Die Anfänge:

Ausschlaggebend für die Gründung der Musikkapelle Steibis waren Riefensberger Musikanten die auf der Alpe Imberg als Alphirten tätig waren und mit Ihrem Musizieren einige junge Steibinger Burschen faszinierten. Die vorantreibenden Kräfte für eine Gründung waren Schreinermeister Johann Hauber und Xaver Bechteler.

Am 2. Oktober 1921 kamen 10 junge Steibinger Burschen zusammen um über die Gründung einer Musikkapelle zu beraten. Dies waren: Christian Allger, Johann Hauber, Max Fehr, Pius Fehr, Ludwig Burtscher (nur 2-3 Proben dafür kam Georg Fink dazu), Adolf Sirch, Josef Berkmann, Peter Berkmann, Max Burger und Franz Brunold. Es sollten zehn Blechblasinstrumente zu je gleichen Anteilen beschafft werden. Als Ausbilder und Dirigent konnte der Musikdirektor Hans Veit aus Oberstaufen gewonnen werden. Das Probelokal sollte in der Schreinereiwerkstatt von Johann Hauber in Steibis sein, wohingegen der Proberaum in der Küferwerkstätte von Xaver Stadler (heute Schreinerei Feuerstein) sein sollte um dem Musikdirektor den langen Fußmarsch nach Steibis zu ersparen.

Als die neuen Musikanten am 29. Oktober 1921 die Instrumente erhalten haben und das Geld für die Instrumente rechtzeitig einbezahlt hatten galt die Blechmusikkapelle Steibis am 1. November 1921 als gegründet. Weihnachten 1921 waren die jungen Musiker nach intensiven Proben (2-3 mal die Woche) erstmals in der Kirche zu hören.

Von 1922 bis 1945:

Schon 1922 begab sich die Musikkapelle erstmals zum Silvesterblasen. Durch die starke Inflation 1923 musste für die Beschaffung einer großen Trommel 653.000,- Mark und für die kleine Trommel und das Becken 1100.000,- Mark bezahlt werden. Dieses Geld konnte durch Einnahmen bei einem Kirchweihtanz im Gasthof Kreuz wieder eingespielt werden (14000.000,- Mark).

Ab 1924 spielte die Musikkapelle Steibis bereits bei zahlreichen Tanzveranstaltungen u.a. in Oberstaufen, Springen, Gschwendermühle, Gunzesried und anderen Orten, auf. Für viele Jahre wirke sie auch beim Staufner Fasnachtziehstag und Kirbetanz mit. Die erste eigene Tracht ,eine grüne Jägertracht,  wurde 1927 angeschafft. Angefertigt wurde sie vom Steibinger Schneidermeister Hans Fink. Bereits 1928 wurde zum ersten mal der Musikball veranstaltet welcher jedoch den Kassenstand am Jahresende von 1 Mark und 41 Pfennig auch nicht anheben konnte.

1938 konnte der Festsaal im Gasthof zum Kreuz eingeweiht werden. Während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 spielte die Musikkapelle nur noch bei Gefallenen Ehrungen z.T. auch mit Aushilfen da die meisten Mitglieder zum Wehrdienst einberufen wurden

Von 1945 bis 1970:

Nach dem Krieg konnten acht neue Jungmusikanten und der Steibinger Volksschullehrer Hans Hartmannsberger als neuer Dirigent gewonnen werden. Herr Hartmannsberger übernahm auch direkt deren Ausbildung.

Im April 1947 konnte die Musikkapelle Steibis ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Festkonzert im Gasthof Kreuz feiern. Dazu wurde von Dirgent Hartmannsberger eigens eine Jubiläums-Festouvertüre komponiert. Mit dieser Festouvertüre konnte 1949 beim Musikfest in Immenstadt mit 88 Punkten in der Unterstufe der erste Platz gewonnen werden.

1955 konnte die Steibinger Musikkapelle in einer neuen Schwabentracht  aufwarten. Besonders verdient um die Beschaffung  der Tracht machten sich der 1. Vorstand Franz Brunold und Kreisheimatpfleger Max Probst. Die Trachten wurden durch den Steibinger Schneidermeister Michael Fink bezogen. Mit dem Musikmeister Karl Popp konnte die Musikkapelle mit der Ouvertüre "Bergheimat" beim Wertungsspiel zum Musikfest in Scheidegg in der Mittelstufe den ersten Platz erreichen. 1960 konnte dieser Erfolg beim Musikfest in Blaichach mit der Ouvertüre "Dolomitenzauber" und der Note sehr gut wiederholt werden.

Von 1970 bis 1995:

Vom 28.-31.Mai 1971 konnte die Musikkapelle ihr 50jähriges Bestehen feiern. Dazu scheute man keinen Kosten und Mühen und veranstalte ein 4-tägiges Festprogramm mit großem Festzelt. Zusätzlich wurde von dem damaligen Kreisheimatpfleger Max Probst eine Festschrift erstellt. Das Festprogramm konnte sich sehen lassen. Am ersten Abend spielte eine Walsertaler Festzeltkapelle und die schweizer Jodlergruppe Flavil, allerdings war der Besuch durch starken Regen und Neuschnee am Hochgrat eher gering. am zweiten Abend traten die Stimmungskapelle Simmerberg und die Kunstradtruppe aus Bad Schussenried auf. Das absolute Highlight bildete jedoch der Sonntag Abend wo die Orginal Oberkrainer gewonnen werden konnten. Den Abschluss bildete ein großer Festumzug durch Steibis mit 30 Gruppen.

1973 fand zum ersten mal der Viehscheid Oberstaufen statt welchen die Musikkapelle musikalisch gestaltete. Ab Mitte der 70ger gestaltete Die Musikkapelle das jährliche Bergwachtfest und auch das Feuerwehr und Waldfest in Oberstdorf.

1984 wurde die Kurverwaltung in Steibis eingeweiht in deren Keller die Musikkapelle einen eigenen Proberaum bekommen konnte. Seit Gründung der Musikkapelle sollte dies der 7. Umzug in einen anderen Musikraum sein. Im Jahr 1985 wurde eine "Steibinger Schallplatte" aufgenommen bei der die Musikkapelle 3 Stücke dazu beisteuerte die "Allgäuer Musikanten Polka", die Polka "Winterrosen" und den Walzer "Im Rosengarten".

Nach langer Krankheit stirbt der Dirigent Franz Harbicht im Jahr 1989. Harbicht leitete 25 Jahre lang die Musikkapelle Steibis. Für Ihn übernahm Josef Kennerknecht "Alpen-Karajan" aus Thalkirchdorf die Musikkapelle. 1993 wird die Musikkapelle zum eingetragenen Verein. Im Jahr darauf findet nach 30 Jahren Abstinenz wieder ein Jahreskonzert der Musik in der Festhalle statt.

Von 1995 bis heute:

Im Jahr 1996 feiert die Musikkapelle Ihr 75jähriges Bestehen. Das Jubiläum wurde in einem kleinen Rahmen in der Festhalle Steibis mit den örtlichen Musikkapellen Oberstaufen, Thalkirchdorf und Aach gefeiert. Diese Kapellen gaben je ein kurzes Konzert und abschließend fand noch ein gemeinsamer Massenchor statt.

2001 veranstaltete die Musikkapelle zum ersten mal ein Bockbierfest unter dem Motto "Polkawahn am Bockbierfest". Getreu dem Motto  steht die Veranstaltung  im Sinne der traditionellen Blasmusik. Abgerundet wird die Veranstaltung mit dem Fastenprediger Bruder Barnabas (mittlerweile Bruder Ignatius)  und seiner Fastenpredigt in er Resümee über das vergangene Musikjahr zieht. 2003 feiert der Markt Oberstaufen sein 550jähriges bestehen. Die Musikkapelle beteiligt sich mit Musikanten an einem Marktkonzert und der Marktkapelle Oberstaufen welche aus den vier Musikkapelle des Ortes gebildet wird.

Seit 2006 zeigt sich die Musik mit neuen Trachtenkitteln und Hüten. 2008 war ein musikalisch sehr anstrengendes Jahr. Neben dem schon traditionellen Bockbierfest veranstaltete die Musikkapelle nach längerer Pause wieder ein Frühjahrskonzert. Zusätzlich beteiligte Sie sich anlässlich des Bezirksmusikfests in Stiefenhofen an einem Wertungsspiel, wobei Sie mit 89 Punkten in der Mittelstufe einem "sehr guten Erfolg" einfahren konnte.

2013 beteiligte sich die Musikkapelle anlässlich des Bezirksmusikfests in Ottacker wieder an einem traditionellen Wertungsspiel. Mit dem Königsmarsch, dem Walzer Modgeflüster und der Polka Goldener Oktober konnte Sie mit 91 Punkten in der Mittelstufe unter Leitung von Matthias Probst "mit ausgezeichnetem Erfolg" glänzen.

Im Jahr 2014 konnten wir nach langen Jahren im Keller der Kurverwaltung Steibis und vielen Stunden Eigenleistung beim Umbau unseren neuen Musikraum in der ehemaligen Grundschule in Steibis beziehen. Akustisch optimiert um auch die letzten Fehler im Klangbild der Musikkapelle zu finden ist dies unsere neue Proben und Wirkungsstätte.

 

TO BE CONTINUED.......

   
© Musikkapelle Steibis 2013